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Auswahlverfahren beim Chemiekonzern BASF

Bewerben bei BASF für einen Ausbildungsplatz
als BiP (internationale Betriebswirtschaft im Praxisverbund, Dipl. BWL (FH) )

Das erste was gefordert wir, ist sich von der Homepage von BASF einen Bewerberbogen herunterzuladen, sich zuschicken zu lassen oder, für die die in der Nähe wohnen, sich ein abzuholen.
Steht eigendlich genau dasselbe drauf wie auch in meiner Bewerbung und meinem Lebenslauf, aber egal, ausgefüllt und mitgeschickt.

Bei den Bewerbungsunterlagen: Bewerbung, tabellarischer Lebenslauf, Ergebnisse des Apieltest, Abizeugnis, Bewerberbogen.


Eine Antwort auf meine Bewerbung kam auch recht zügig, nur nicht ganz so wie erwartet, mit dem Wortlaut : "Es fehlt die Unterschrift ihres Erziehungsberechtigten, bitte entsenden Sie ihre Unterlagen dann erneut."
Wie bitte? Was wollen die, egal…muss wohl ins falsche Ablagefach bei denen geraten sein, wäre sonst sehr seltsam. Nochmals einen Umschlag gepackt und losgeschickt.

Bald kam Post, dass die eine Person der Ausbildungsleitung zunächst ein Telefonat mit mir führen wolle um mehr über mich und meine Motivation etc zu erfahren.
Nach ein paar Tagen war ein Termin vereinbart und so fand das Telefonat dann auch statt.
Fragen waren wie ich dazu gekommen bin, mich bei BASF zu bewerben, warum dieser Studiengang, Hobbies und was man so über BASF weiß. Gut vorbereitet, vorher ein ca. einseitiges stichwortartiges Firmenprofil angefertigt, stand ich Rede und Antwort, alles in allem aber total seltsam weil man so keinerlei Reaktionen des Gesprächspartners erahnen konnte und wie man sich so schlägt, kein Nicken, kein Kopfschütteln oder sonstiges.

Anscheinend habe ich zumindest im Groben dem entsprochen, was sie von einem Bewerber erwarten, und so kam wenige Tage später die Einladung zu schr. Test bei der BASF in Ludwigshafen. Bahnfahrt 2. Klasse, Hotelpauschale von 35 € werden von BASF übernommen. Hotel habe ich in diesem Fall nicht genutzt, sondern bei einem Freund übernachtet. Testbeginn war 9:00, Zugfahrt dauert ca. 4 Std. 15 Min. also wäre eine Anreise am gleichen Tag nicht möglich gewesen.

Die Test:
Eingeladen waren ca. 40 Leute, und die Atmosphäre war eher steril.
Ein Standarttest, wie er oft eingesetzt wird, geplant für ca. 3,5 Stunden, wurde uns vorgelegt.
Zunächst Deutsch, Wortanalogien, Rechtschreibung, Mathe, Logiktest, Englisch.
Alles für einen Abiturienten zu schaffen, jeder hat hier und da seine Stärken, und am Ende zählt es nur eine gewissen, einem natürlich unbekannte Punktegrenze zu erreichen, um weiter im Rennen zu sein.

Nach ca. 2 Wochen kam eine Antwort und eine weitere Einladung zu einem Gruppenauswahlverfahren.

Also wieder in den Zug gesetzt und nach Ludwigshafen gefahren. Zivildienststelle zwar etwas skeptisch gegenüber meinen ganzen Reisen, für die man natürlich bezahlten Sonderurlaub bekommt. Aber dazu sei gesagt, mit Urlaub kann man diese Tage nicht vergleichen, denn Anstrengend sind solche Reisen und Test schon.

Wieder am Tor 11 der BASF in Ludwigshafen treffen, Besucherausweis abholen, zum Ausbildungsgebäude laufen, wo bereits schon andere Bewerber warteten.
Bisschen Smalltalk hier und da, dann wurde man abgeholt und in einen Konferenzraum geführt.

Die Tagesordnung:
-Vorstellen der einzelnen Mitglieder des 7 köpfigen Bewertungsteams,
-Teilen der Gruppe in 2 Teile und Vorstellung der Bewerber mit ca. 10. minütigen Vorträgen über sich selbst.
-Pause
-Bearbeitung einer Gruppenaufgabe und Präsentation
-Fragemöglichkeiten für Bewerber
-Ende


Die Richter stellen sich vor:
Jeder bzw jede Prüferin stellt sich vor. 6 Damen und ein Herr, die aus Personalabteilung, Vertrieb und Controlling stammen. Die Vorsitzende Personalleiterin versucht die Atmosphäre angenehm und unangespannt zu halten, bringt in ihre Vorstellung diverse private Aspekte ein. Die 7 Köpfe versuchen teilweise Witze in ihre reden zu integrieren, was jedoch wenig gelingt.

Selbstvorstellung:
Okay statt der 15 sind jetzt vorerst nur noch 7 Bewerber mit je 3 bzw. 4 Prüfern im Raum.
Jeder schön sein Namesschildchen vor sich aufgestellt und an einem Getränk nippen, welche für die Bewerber bereit standen.
Die Bewerberin (insgesamt 2 Bewerber und 13 Bewerberinnen an diesem Tag), begann mit einer ca. 15 min. Lobeshymne auf sich selbst, endlos lang, keine Lust mehr…. Ich denk nur, was das für eine grausame Person ist. Dann die nächste…usw. die Bewerber in ihren Vorträgen immer wieder durch Zwischenfragen der Prüfer unterbrochen. Und spätestens hier wurde es deutlich, dass die verloren hatten, die nicht wirklich jedes ihrer Worte erklären konnten, die nicht jedes Detail, zumindest jedes auf der BASF Homepage ersichtliche Detail, wusste und gelernt hatte. Teilweise wurde dann auf den unklaren Begriffen und Wissenslücken arg herumgeritten und die Vortragenden vor der Gruppe in die Ecke gedrängt, was in manchen Fällen nicht ganz fair war.
Dann war ich dran. Kurzgefasst, Lebenslauf wiederholt, hier und da gelerntes wissen präsentiert, "blabla 90 000 Mitarbeiter weltweit, 60 000 in Deutschland 14 000 in den USA 7000 in Asien etc…..". Ein paar blöde Fragen beantwortet, wie:
"Welche 3 positiven Eigenschaften würde uns ein Freund von ihnen berichten:…..
Welche 3 negativen Eigenschaften würde……………."
Wie ich solche Fragen hasse….:
1. Motiviert und Ehrgeizig
2. Ehrlich und Zuverlässig
3. Der gesündesten lebende Mensch, den er kennt


1. Sarkastisch
2. Teils überzogen direkt
3. mein Musikgeschmack

fertig….
Die Gruppenarbeit:

Aufgabe: Sie sind ein Betrieb und müssen ihr Budget auf Forschung, Produktion und Marketing verteilen.

Ziel jeder Abteilung ist es, min. 40 % des Budgets zu erhalten, max. 45 %.

Weitere Vorgaben:

Forschung: Risikoreiche und finanzintensive Forschung
Produktion: Maschinen laufen am Limit, müssen renoviert werden, wurde bei bisherigen Budgets vernachlässigt.
Marketing: Bisher bevorzugt behandelt, sehr gut und erfolgreich arbeitend.

3 Gruppen aufgeteilt in Forschung, Produktion, Marketing.

Diskutieren der Argumente

3 neue Gruppen mit jeweils Vertretern der einzelnen Bereiche.

Präsentation der letzten Diskussionsergebnisse und der geplanten Budgetverteilung.

Der Ablauf:

Bei mir lief es eher durchschnittlich, da in meiner ersten Gruppe die Diskussion um Argumente kaum voran kam, da ein paar Teilnehmerinnen leider nur in der Lage waren diverse Floskeln von sich zu geben und andere Gruppenmitglieder anzugreifen, was eher die Produktivität senkte, als förderlich war.

In der zweiten Gruppe war es angenehmer, zwar heftige Diskussion, aber auf sachlichem Niveau.
Ergebnis Produktion: 36%, Forschung 30%, Marketing 34%.

Präsentation lief auch gut, auch wenn einer der Prüfer die ganze Zeit mit dem Kopf schüttelte. Da er das aber auch bei allen anderen Vorstellungen tat, schien das wohl nichts zu bedeutet zu haben.

Endlich vorbei, wollte nur noch zum Zug und nach Hause.

Fragerunde war schnell vorbei.

Und ab gen Heimat.


Die Absage:

"Es tut uns sehr Leid, aber wir haben und für einen anderen Bewerber entschieden……anbei ihre Bewerbungsunterlagen."

Naja schade, aber da schon eine Zusage von Aral eingetroffen ist, die nebenbei auch noch wesentlich Sympatischer bei den Gesprächen waren, als die sterile, teils hinterhältige BASF, ist mein Selbstvertrauen nicht allzu sehr angekratzt.
Zumal das Auswahlverfahren, an dem ich bei BASF teilgenommen habe auch nicht das einzige zur Besetzung des von mir angestrebten Ausbildungsplatzes war hält sich auch die Trauer in Grenzen


Soviel zu BASF,
einen Versuch war es auf jeden Fall wert.