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Erfahrungsbericht "Bund" von Kai Sender

Yo Leutz!

Schon 2 Wochen Bund hinter mir, in 11 Wochen ist die Grundausbildung zu Ende. Bin das erste Mal seit Dienstbeginn zu Hause und ich muss sagen, so schlecht isses da gar nicht. Hab es mir wirklich schlimmer vorgestellt.
Der Zeitplan ergibt sich aus:
- Sport
- Unterricht
- Waffenausbildung
- Stuben- & Revierreinigung
- Essen

Als Waffe wird die G36 benutzt, das veraltete G3 (kennt man aus CS) wurde abgelöst. Die Waffe erinnert evntl. an die Colt, hat nen 3fach Zoom und ist irgendwie ungheimlich.
Das Ding ist nur 3kg schwer, sieght aus wie ein Spielzeuggewehr, fühlt sich an wie ein Spielzeuggewehr und lässt sich auseinandernehmen wie ein Spielzeuggewehr. Der Unterschied ist nur, dass man damit problemlos nen Menschen töten kann.

Das Essen ist beim Bund gar nicht so schlecht. Zum Mittag gibt es eine Auswahl zwischen zwei Menüs, die man auch mixen kann (z.B. Hauptspeise 1 mit Nachtisch 2), es gibt zum Frühstück Brötchen und eine Auswahl zwischen Käse, Wurst, Honig, Nutella, verschiedener Marmelade, etc. Zum Abendbrot das gleiche, nur halt noch mit Schwarzbrot dabei.
Es ergeben sich lediglich 2 Probleme. Das erste ist, dass man faktisch zwischen 2 Getränken wählen kann: Vitaminsaft und Milch. Es passiert aber, dass wegen hoher Nachfrage mal Milch oder Saft aus sind, oder dass die Milch mal schlecht ist. So ergeben Wartezeiten von bis zu 10 Minuten, da geht man besser erst mal essen.
Das zweite Problem ist da schon schwerwiegender: die Zeit. Je nachdem, welcher Ausbilder einen zum Essen führt und wie voll es dort ist, hat man einen Zeitrahmen von 20 bis 40 Minuten, sich anzustellen, das Essen zu empfangen, zu Essen, das Tablett abzugeben und wieder draußen vor der Kompanie anzutreten. Mit etwas Übung kann man aber auch 3 Brötchen innerhalb von 10 Minuten aufschneiden, bestreichen und essen...

Die Ausbilder sind auch nicht alle B Ö S E . Da gibt es z.B. einen, der vor angetretener Mannschaft erzählt, am Vorabend habe es auf dem Schützenfest eine Schlägerei gegeben, an der Frauen teilgenommen hätten. Zitat: "Nicht so, wie man so meint so mit kratzen, beißen, spucken oder so... nene so richtig mit Fäusten! Da hab ich gleich ne Latte bekommen..." Je nach Ausbilder istn der Ton mal streng, mal freundlich, mal klocker wie oben beschrieben.
Außerdem sind manche auch noch nach Dienstschluss bereit, auf der Stube ein, zwei Biere (notfalls auch über den Durst) auf der Stube mitzutrinken.

Naja, Drill gibt es halt auch. Da ist der Ton hart, die Stimmung gespannt und man ist nachher richtig fertig. Aber hey - man ist ja schließlich beim Bund. Man geht mit WAFFEN um. Da müssen Sicherheitsbestimmungen, etc. strikt eingehalten werden. Mit einer Waffe umzugehen ist wirklich anders, als man es sich vorstellt. Zitat des Oberfeldwebels zur allgemeinen Meinung über Waffen: "Das ist schwule Friedenskacke".

Sport findet auch oft statt, stets im Gruppenrahmen und stets reichlich davon. Marschieren ist nicht so die Schwierigkeit (wir werden ständig gelobt), aber so mal eben um die Kaserne joggen ist schon anspruchsvoller...

Achja: Wecken ist morgens um 5:45 Uhr.
Danach erstmal Körperpflege, dann Antreten zum Essen.
Danach Dienst bis ca. 12 Uhr, dann gehts zum Mittag. Dann nochmal Dienst, Ende offen. Offizieller Deinstschluss liegt je nach Tag zwischen 16:30 Uhr und 18:30m Uhr, kann aber - besonders zu Beginn der Ausbildung - länger werden. Danach oberflächliche Stuben- & Revierreinigung, dann Dienstschluss. Bis 22:30 Muss man zurück in der Kompanie sein, um 22:45 wird der Zapfenstreich angekündigt, um 23:00 IST Zapfenstreich = alle im Bett und Licht & Handys aus!

Revierreinigung sieht übrigens so aus: jede Gruppe bekommt nen besonderen Bereich zugewiesen, der halt zu reinigen ist. Z.B.: Flure, Dienstzimmer, Außenbereich der Kompanie, Nassräume, etc.
Ich hab die Müllhütte zugewieden bekommen. Das hört sich schlimmer an, als es ist. Man muss sie einmal aus fegen (ca. 2x2 m) und aufpassen, dass alle den Müll richtig trennen. Das ist leichter und angenehmer als z.B. den Flur zu schrubben.

Die Kameraden sind eigentlich auch alle ganz in Ordnung, aus meiner Heimatstadt sind außerdem noch 2 Kollegen da. Man kann es beim Bund auf jeden Fall aushalten.

PS: Falls sich jetzt jemand fragt, warum ich den Thread ausgerechnet so genannt hab: Beim Marschieren zählt der Ausbilder: "Links... Zwo... Drei..." und "VIER" ruft dann der Zug. Das hilft, im Takt zu bleiben.